Nähmaschine

Die Fadenspannung bei der Nähmaschine

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Das Wichtigste in Kürze
  • Die wesentlichsten Informationen über diesen bedeutenden Fachbegriff Deiner Nähmaschine erfährst Du nachfolgend.
  • Um was es sich genau handelt, wie und wann die Fadenspannung eingestellt wird, sowie, wie Du bei Schwierigkeiten hinsichtlich der Fadeneinstellung vorgehen kannst, ist nachfolgend für Dich zusammengefasst.
  • Somit bist Du bestens informiert und wirst mehr und mehr zum Nähprofi.

Die Fadenspannung – warum sie beim Nähen so bedeutend ist

Eine Nähmaschine ist für jeden Schneider oder Schneiderin Gold wert. Es ist eines der wichtigsten Utensilien, die das kreative Hobby zu echten Meisterstücken aus Stoff erwachsen lässt.

Deine Nähmaschine sollte hierfür natürlich optimal funktionieren und auch bestmöglichst eingestellt sein. Dies gilt nicht nur für professionelle Maßschneider, sondern auch für alle anderen Nähfeen und die, die es noch werden möchten.

Beschäftigst Du Dich mit dem Nähen, wird Dir sicher schon mal der Nähbegriff „Fadenspannung“ begegnet sein. Lies gern weiter, um mehr über den Nähbegriff „Fadenspannung“ zu erfahren.

Was ist die Fadenspannung?

Die Fadenspannung hat einen Einfluss auf Dein Nähergebnis. Vielleicht hast Du Dich schon mal gewundert und möglicherweise sogar geärgert, wenn Nahtkräuselungen entstanden sind oder der Stich zu lose im Stoff ist.

Jedes Nähgerät besitzt wenigstens eine Fadenspannung. Eine Nähmaschine mit einer Fadenspannung nennt man auch einfädige Nähmaschine, wie etwa beim Blindstich oder dem Einfach-Kettenstich.

Bei anderen Sticharten gibt es zwei Fadenspannungen, wobei jeder einzelne Faden hiervon gestoppt werden muss in seiner Geschwindigkeit während des Nähvorgangs. Jeder Faden lässt sich einstellen.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Doppelsteppstich. Dieser Nahtstichtyp ist der bedeutendste seiner Art und zugleich werden bei diesem Nahtstichtyp auch die meisten Nahtkräuselungen hervorgerufen, die nicht immer völlig losgelöst von der Fadenspannung entstehen. Aus diesem Grund sagt der Nähprofi in diesen Fällen auch, dass es sich um Spannungskräuselungen im Textil handelt.

Wichtig ist, dass das Garn bei seinem Weg von der Spule bis in die Naht abgebremst werden muss, auch durch diverse Leitorgane des Fadens hindurch, wie beispielsweise Umlenkstellen und Ösen an dem Nähgerät – bis letztlich zur Fadenspannung, die Du extra einstellen kannst.

Wenn Du Dich nun fragst, wie die Fadenspannung eigentlich funktioniert, lohnt es sich unbedingt weiter zu lesen. Es ist so, dass die überwiegende Zahl der Industriemaschinen und Handwerksmaschinen eine vorderseitige Oberfadenspannung aufweisen, die aus zwei Scheiben in geringer Größe besteht. Diese kleinen Scheiben werden durch eine Feder aneinander gedrückt.

Ebenfalls vorderseitig der Maschine befindet sich in der Regel eine drehbare Kappe, die nach links und rechts rotierbar ist.

Diese Kappe kann den Druck auf die Scheiben, die für die Spannung verantwortlich sind, entweder verringern oder erhöhen. Rotiert die Kappe nach rechts, hat dies eine höhere Fadenspannung zur Folge.

Im Gegenzug dazu resultiert eine verminderte Fadenspannung, wenn die Kappe nach links rotiert.

Fadenspannung Nähmaschine

Bei herkömmlichen Haushaltsmaschinen ist die Fadenspannung nicht immer gleich offensichtlich. Lediglich ein Rädchen, an dem sich die Fadenstellung optimieren lässt, ist zu sehen. Bei den Maschinen, die in der Industrie verwendet werden, gibt es eine sogenannte Fadenanzugsfeder.

Es handelt sich hierbei um eine kleine Feder oder Schraube, über die das Garn gelenkt wird. Dringt die Nadel in den Stoff ein, befindet sich diese Fadenanzugsfeder in einer Ruhestellung. Die Fadenanzugsfeder erfüllt einen sinnvolen Zweck, denn sie gleicht Unzulänglichkeiten der Maschine aus.

Es ist nämlich so, dass die Menge des Nähfadens, den die Maschine per Fadenhebel gibt, nicht genau der Menge des Nähfadens entspricht, die notwendig ist, um den Stich im Stoff zu bilden. Die Fadenanzugsfeder sorgt hier für einen Ausgleich.

Nicht nur der Oberfaden muss abgebremst werden. Selbiges gilt auch für den Unterfaden, der unterhalb einem Plättchen an der Kapsel der Spule hindurch verläuft.

Das Plättchen verfügt gewöhnlich über zwei Schräubchen. Die Schraube, die sich am Ende befindet, hält das Plättchen fest, während die mittig gelegene Schraube einen unterschiedlichen Druck erwirken kann und somit dann auch eine unterschiedliche Spannung des Fadens auslösen kann.

Wann sollte man die Fadenspannung einstellen?

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Professionelle Schneider justieren die Spannung des Fadens regelmässig, während Hobby-Schneider sich dies oftmals nicht trauen.

Die Antwort auf die Frage, zu welchem Zeitpunkt es sinnvoll ist die Fadenspannung einzustellen, ist eigentlich ganz simpel. Sieht der Stich nicht ordentlich und schön aus, kann eine Veränderung der Einstellung der Fadenspannung ratsam sein.

Allerdings musst Du zuvor auch andere Aspekte berücksichtigen und checken, wobei das Verhältnis zwischen Nadel, Stoff und Faden gemeint ist. Das Einstellen der Spannung des Fadens ermöglicht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Oberfaden und dem Unterfaden. Dadurch wird begünstigt, dass die Naht beiderseits gleich aussieht.

Insofern jedoch das obere Garn im Vergleich zum unterem Garn dicker ist – was etwa beim Sticken oder Zierstichen der Fall ist – wird mehr Priorität auf den oberen Faden gelegt. Der untere Faden zieht dann den oberen Faden auf der Rückseite.

Fadenspannung richtig einstellen

Die optimale Spannung des Fadens ist maßgeblich für eine saubere und ordentliche Naht.

Ist der Faden nicht straff genug, kommt keine gute Naht zustande. Wenn der Faden allerdings zu straff ist, kann er einfach reißen.

Der Fuß Deiner Nähmaschine sollte nicht auf dem Boden stehen, während Du die Veränderungen in der Einstellung des Fadens vornimmst. Beachte auch, dass der Faden zwischen den Platten des Nähfußes eingespannt sein kann, wenn Du keine Veränderung bei der Einstellung am Faden direkt erkennst.

Das Rad mit Zahlen an Deiner Nähmaschine ist der Regler für die Spannung des Fadens.

Oftmals geben Maschinen den besten Bereich für die geeignete Spannung des Fadens bereits vor. Erkennbar ist dies, wenn Du einen Balken oder aber eine gedruckte Nadel zwischen den Zahlen des Reglers siehst. Bei einer mittigen Einstellung ist es in der Regel möglich, dass Du nahezu jeden Stoff super gut nähen kannst.

Die optimale Einstellung der Spannung des Fadens lässt sich durch Probieren ermitteln. Hierfür ist es erforderlich, dass Du einige Stiche auf Stoffreste oder Probestoffe abgibst. Anhand dieser Probestiche kannst Du die Nahtqualität beurteilen, und gegebenfalls weitere Veränderungen vornehmen.

Neuere Nähmaschinen bieten mittlerweile den Vorteil, dass die Spannung des Fadens automatisch erfolgt und somit nicht mehr manuell justiert werden muss. Ältere Maschinen haben zumeist keine Automatisierung hierfür.

Sieh am besten in der Bedienungsanleitung Deiner Nähmaschine nach, welche Schraube genau die Spannung beeinflusst. Ältere Maschinen haben zwei Schrauben, wovon eine die Spannung des Fadens beeinflusst und die andere lediglich für die Sicherung der Spule zuständig ist.

Warum funktioniert irgendwann die Fadenspannung nicht mehr?

Wenn sich die Fadenspannung nicht einstellen lässt

Wenn sich Schwierigkeiten bei der Einstellung der Spannung des Fadens ergeben und sich die Spannung nicht einstellen lässt, können mehrere Ursachen hierfür in Frage kommen.

1. Flusen und Dreck

Eine mögliche Hauptursache kann die Ablagerung von Dreck oder Flusen in der Mechanik Deiner Nähmaschine sein. In Abhängigkeit des verwendeten Garns können Flusen und Staub entstehen. Bei bestimmten Garnen ist dies leider unvermeidlich.

Es empfiehlt sich die umgehende Entfernung und Säuberung, um weitere Komplikationen zu vermeiden. Größere Flusen- und Schmutzansammlungen können Deine Nähmaschine auf Dauer schädigen und die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen.

2. Verbogene Nadel

Neben Flusen und Dreck kann auch eine verbogene Nähnadel verantwortlich sein, wenn sich die Spannung des Fadens einfach nicht einstellen lässt.

Maschinen sind äußerst sensibel, selbst bei kleinsten Verbiegungen, die Du makroskopisch nicht erkennen kannst. Hier ist es ratsam, mittels einem Wechsel der Nadel zu schauen, ob sich anschliessend die Fadenspannung einstellen lässt.

3. Altes Nähgarn

Darüberhinaus kann es auch am Garn selbst liegen, dass sich die Spannung des Fadens nicht optimieren lässt. Grundsätzlich ist hochwertiges Garn zu empfehlen.

Minderwertiges oder altes Nähgarn kann zu Schwierigkeiten führen.

Beachte auch, dass die Faustregel gilt: Je dünner der Nähstoff, desto dünner sollte auch der Ober- und Unterfaden sein.

Erst, wenn Du alle Ursachen auschliessen konntest und sich das Problem nicht beheben lässt, ist der Gang zum Fachmann sinnvoll.

Was ist eine automatische Fadenspannung?

Es gibt Nähmaschinenmodelle, die über eine automatische Regulierung der Spannung des Fadens verfügen.

Insbesondere neuere Modelle haben diese Option mechanisch integriert. Auf diesen Maschinen befindet sich auf dem Drehrad entweder ein „A“ oder aber der Text „Auto“.

Nimmst Du diese Einstellung am Drehrad Deiner Nähmaschine vor, stellt Deine Maschine selbstständig die optimale Spannung des Fadens ein. Dennoch gibt es die Option der zusätzlichen manuellen Einstellung.

Du kannst also frei entscheiden, ob Du die automatische Einstellungsoption, oder die manuelle Option bevorzugst. Insbesondere Nähneulinge profitieren von der zusätzlichen Option neuerer Maschinen und empfinden die Automatisierungsoption als erleichternd.

Fazit

Die optimale Einstellung der Spannung des Fadens sorgt für beste Nähergebnisse – optisch und funktional.

Die Naht wird gut zusammen halten und sieht zudem noch sauber und ordentlich aus. Dies macht Deine Nähkreationen langlebiger und noch hübscher.

In Abhängigkeit des Gerätetyps Deiner Nähmaschine kannst Du die Spannung des Fadens manuell einstellen, oder zusätzlich die Option der automatischen Regulierung der optimalen Spannung des Nähfadens in Anspruch nehmen.

Weiterführende Literatur und Quellen

  1. https://www.naehen-bei-olga.de/naehmaschine-richtig-einfaedeln/
  2. Bildquellen: accent-p.mail.ru / depositphotos.com

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